Selbsthilfe Organtransplantierter NRW

Die Homepage für Organtransplantierte, VAD und Wartepatienten sowie deren Angehörige



 

 

 

 

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Westfalenblatt vom 13.05.2015

 

 

 

 

Rheinpresse

 

Neue Westfalische Zeitung 07./08. Juni 2014

Dies war Daniels
letztes Pressegespräch vor seiner erfolgreichen Herztransplantation am
13.06.2014 im Herzzentrum NRW

WZ 16.01.2014

 

 

 

Rheinisches Ärzteblatt - 12/2013

 

 

 

Westdeutsche Zeitung

 

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Stadtanzeiger Niederberg

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Pressemitteilung der Gesamtschule Bad Oyenhausen

Organempfänger zu Gast im Religionsunterricht der Gesamtschule

Wo sich Schule und Leben begegnen ...

ASi

Im Rahmen einer Unterrichtsreihe zum Thema „Organtransplantion“ hatte Religionslehrer und Pfarrer Andreas Sikner zwei Betroffene in die Klasse 10a der Gesamtschule Bad Oeynhausen eingeladen.

Hans-J. Schmolke und Daniel Ellsiepen von der Selbsthilfe Organtransplantierter NRW waren gerne gekommen, um den ca. 35 Schülerinnen und Schülern auf ihre Fragen Rede und Antwort zu stehen. „Wieso brauchten Sie ein neues Herz?“ – „Gibt es nach der Transplantation in Ihrem Leben noch Einschränkungen?“ und: „Hatten Sie ein Nahtoderlebnis?“: medizinische und z.T. sehr persönliche Fragen wechselten sich ab, so dass sich zwischen den Patienten und den Jugendlichen ein lebendiger Dialog entwickelte.

Schmolke, der vor 12 Jahren ein neues Herz bekam, beschrieb sehr eindrücklich den Moment nach der OP, als er aufwachte und feststellte, dass sein Kunstherz, damals noch 2,5 kg schwer und mit Druckluft arbeitend, verschwunden war: er fühlte die frische OP-Narbe und begrüßte sein neues Herz, das von nun an zu ihm gehören sollte.

Ellsiepen dagegen wartet noch auf eine Transplantation. Er trägt eine Minipumpe am Herzen, die durch ein am Gürtel hängendes Steuergerät angetrieben wird. Lautlos und ohne Puls werden pro Minute ca. 5 l Blut durch seinen Körper gepumpt. Ellsiepen, noch keine 30 Jahre alt, kann mit diesem Assistenzsystem überleben, aber keine großen Anstrengungen unternehmen. Rauchen und Alkohol sind tabu – auch für die Zeit danach, wenn er hoffentlich ein Spenderherz bekommen hat.

Ca. 350 Herztransplantationen werden in Deutschland pro Jahr durchgeführt – zu wenig und oft zu spät für die Menschen auf der Warteliste. Eine Transplantation kommt nur in Frage, wenn Blutgruppe, Gewebeverträglichkeit, Alter, Größe und Gewicht passen. Außerdem muss der Organempfänger zum Zeitpunkt der Transplantation gesund sein. Eine Grippe reicht schon, um die lang ersehnte Transplantation zu verhindern.

Bei der Auswertung des Besuchs lobten die Schülerinnen und Schüler die Offenheit, mit der die Gäste von ihrem Schicksal erzählten, und ihren Mut angesichts der schweren Erfahrungen. Sicher spricht Larissa Kixmöller für die meisten ihrer Mitschüler, wenn sie sagt: „Ich hoffe, dass mehr Leute Organe spenden, damit Menschen wie Herr Ellsiepen weiter leben können!“ Aber auch über ihr eigenes Leben haben die jungen Leute nachgedacht. So sagt Saniya Arshad: „Durch das Gespräch ist mir erst aufgefallen, wie wertvoll mein Leben ist!“ Und Charlotte Rohde hat sich entschieden: „Bevor mein Körper mit allen wichtigen Organen unter der Erde verwest, möchte ich anderen Menschen ihr Leben wieder schenken. Ich habe mich für eine Organspende entschieden.“

Bildunterschrift:

Schulleiter Dirk Rahlmeyer begrüßte die Gäste von der Selbsthilfe Organtransplantierter NRW. Von links: Andreas Sikner, Helma Schmolke, Daniel Ellsiepen, Hans J. Schmolke, Dirk Rahlmeyer

Foto: Robin Berenbrock (GE-BO)

 

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3. Düsseldorfer Aktionstag Organtransplantation


Nachdem sich der Düsseldorfer Aktionstag Organtransplantation 2011 an Schüler weiterführender Schulen im Raum Düsseldorf richtete, war der Infotag am 28. März 2012 wieder in erster Linie für Ärzte und medizinisches Personal ausgelegt.

 

Gemeinschaftlich organisierten Prof. Dr. Udo Boeken (Klinik für kardiovaskuläre Chirurgie), PD Dr. Stefan Topp (Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie) und die DSO den Aktionstag mit dem Thema Herztransplantation als inhaltlichen Schwerpunkt. Neben der Frage, wie sich die Bereitschaft der Bevölkerung und der Kliniken zur Organspende erhöhen lässt, wurden spezifische Themen aus dem Bereich der Herztransplantation behandelt.

 

Das Organ Care System wurde in einem Gastbeitrag aus dem Transplantationszentrum Bad Oeynhausen vorgestellt. Ausgehend von der Frage ‚Teure Innovation oder lebensrettende Technik zur Verlängerung der Transportzeit‘ erhielten die Zuhörer Informationen über ein technisches Verfahren, das zum Ziel hat, die mögliche Transportzeit eines Spenderherzens sowie seine Funktion maßgeblich positiv zu beeinflussen. Das Organ Care System perfundiert das Organ während des Transportes permanent mit sauerstoffangereichertem Blut. Unter welchen Umständen die aufwändige Handhabung und der, gegenüber der konventionellen Organkonservierung, deutlich höhere finanzielle Aufwand im Verhältnis zum medizinischen Nutzen stehen, wird derzeit untersucht.

 

Weitere Referate thematisierten die Erweiterung der Spenderkriterien. Der Vortrag über den Einfluss von Wartezeit, Dringlichkeit und erweiterten Spenderkriterien auf die Funktionsraten der transplantierten Herzen wurde durch die Darstellung verschiedener Möglichkeiten zur mechanischen Kreislaufunterstützung als Überbrückungstherapie bis zur Transplantation ergänzt. Als Fazit konnte unter anderem festgestellt werden, dass für eine erfolgreiche Herztransplantation trotz aller Fortschritte im Bereich der Kunstherztherapie, derzeit noch keine gleichwertige Alternative zur Verfügung steht.

 

Hans J. Schmolke, selbst seit vielen Jahren herztransplantiert, rundete den Infotag mit einem spannenden und informativen Vortrag über seine Erfahrungen als Patient, aber auch als sehr engagiertes Mitglied der Selbsthilfe Organtransplantierter NRW ab.

 

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Thema Organspende – diskutieren Sie mit!

(Foto: DSO/J. Rey)

Rund 108.000 Organe wurden seit 1963 allein in Deutschland transplantiert. Dadurch wurde vielen Patienten das Leben gerettet. Noch fünf Jahre nach der Transplantation genießen rund 70 Prozent der Empfänger ihr „zweites“ Leben.
Aktuelle Umfragen zeigen, dass rund zwei Drittel der Bevölkerung zur Organspende bereit sind, aber vergleichsweise nur wenige einen Organspendeausweis besitzen. Dr. Peter Potthoff, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, erklärt: „Die generelle Bereitschaft zu spenden ist sehr hoch. Aber wenn es konkret um den Organspendeausweis geht, bekommen es die meisten Menschen schlichtweg mit der Angst zu tun. Das ist zu verstehen angesichts des Themas Tod, das mit der Organspende verbunden wird. Und genau hier müssen wir Ärzte ansetzen.“
In den vergangenen Wochen haben die Anfragen aus der Bevölkerung zum Thema Organspende an die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) deutlich zugenommen. Die Verunsicherung der Menschen ist groß. Hierzu erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA: „Die Bereitschaft zur Organspende in der Bevölkerung ist von altruistischen Motiven getragen. Sie hängt deshalb im hohen Maße vom Vertrauen in das System der Organvergabe und den handelnden Personen ab. Dieses Vertrauen wurde ausgehend von den Vorfällen in den Transplantationszentren in Göttingen und Regensburg erschüttert. Weil in Deutschland 12.000 Menschen oft verzweifelt auf ein für sie lebensrettendes Organ warten, ist es notwendig, so schnell wie möglich das Vertrauen wieder herzustellen. Da eine Organspende nach wie vor das Leben dieser Menschen retten kann, bittet die BZgA die Bürger, sich auch weiterhin mit der Frage ihrer persönlichen Einstellung zur Organspende auseinanderzusetzen und einen Organspendeausweis auszufüllen.“
Denn Fakt ist: Ein Organspender rettet viele Empfänger: Bis zu sieben Menschen können durch Herz, Lunge, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm überleben. Im Durchschnitt schenkt ein Organspender drei schwerkranken Menschen die Chance auf ein neues Leben.
Mehr zum Thema Organspende lesen Sie im Rhein-Boten am Mittwoch, 19. September.
Wie denken Sie über Organspende? Tragen Sie einen Organspendeausweis mit sich? Fühlen Sie sich ausreichend informiert? Haben Sie Angst, oder vertrauen Sie den Medizinern? Diskutieren Sie mit.

 

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Organspende: große Telefonaktion

Referierten beim Patiententag (von links): Sören Melsa (Facharzt für Chirurgie und Koordinator, Deutsche Stiftung für Organtransplantation), Hans-J. Schmolke (Herztransplantierter) und Dr. Andreas Bertels (Facharzt für Neurochirurgie) (Foto: rei)

„Organspende rettet Leben“: Viele Rhein-Bote-Leser waren dem Aufruf gefolgt und kamen am Dienstag, 25. September, zum Patiententag in Golzheim. Weitere offene Fragen können am Montag, 1. Oktober, während einer Telefonaktion beantwortet werden.

Organspende – ein heißes und sehr persönliches Thema. Insbesondere nach den Vorfällen in Göttingen und Regensburg hat sich die Öffentlichkeit mit dem Thema in den letzen Monaten sehr intensiv auseinandergesetzt.

Viele Menschen sind verunsichert, viele verdrängen es und viele haben einfach Angst. Es gilt viele Fragen zu beantworten. Aus diesem Grund rief die Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) den Patiententag ins Leben. Experten und Betroffene standen hier Rede und Antwort. Neben Fachvorträgen waren zudem Organisationen aus dem Bereich der Organspende und Transplantation mit Informationsständen vertreten.

Die häufigsten Fragen an die Experten und Menschen, die mit einem Spendeorgan leben, haben wir hier festgehalten:

Gibt es eine Altersgrenze für die Organspende?
Es gibt keine Altersgrenze für Organspender. Entscheidend ist das biologische und nicht das kalendarische Alter. Ob die Organe für eine Transplantation geeignet sind, kann erst im Fall einer tatsächlichen Spende medizinisch geprüft werden.

Welche (Vor-)Erkrankungen schließen eine Spende aus?
Eine Organentnahme wird in der Regel ausgeschlossen, wenn beim Verstorbenen eine akute Krebserkrankung oder ein positiver HIV-Befund vorliegen. Bei allen anderen Erkrankungen entscheiden die Ärzte nach den vorliegenden Befunden, ob Organe für eine Entnahme in Frage kommen.

Werden Organspender registriert?
Es gibt keine Registrierung von Spendern. Es reicht, einen Ausweis auszufüllen und diesen stets bei sich zu tragen.

Genügt der Organspendeausweis als Rechtsgrundlage für eine Organentnahme? Werden die Angehörigen trotz Organspendeausweis um ihre Zustimmung gebeten?
Ist das Einverständnis des Verstorbenen dokumentiert, so ist eine Organentnahme rechtlich zulässig. Der Wille des Verstorbenen hat Vorrang. Bei vorliegendem Organspendeausweis werden die Angehörigen also nicht um eine Entscheidung zur Organspende gebeten, sie müssen jedoch darüber informiert werden.

Unter welchen Bedingungen ist eine Lebendspende möglich?
Die Bedingungen für die Lebendspende regelt das Transplantationsgesetz. Dabei räumt der Gesetzgeber der Organspende nach dem Tode (postmortal) grundsätzlich Vorrang vor der Lebendspende ein. In Deutschland ist eine Organspende zu Lebzeiten nur unter Verwandten ersten oder zweiten Grades, unter Ehepartnern, Verlobten und unter Menschen möglich, die sich in besonderer persönlicher Verbundenheit nahe stehen. Eine unabhängige Gutachterkommission prüft, ob die Spende freiwillig und ohne finanzielle Interessen geschieht. Es muss sicher gestellt sein, dass für den Empfänger zum Zeitpunkt der geplanten Übertragung kein Organ aus einer postmortalen Organspende zur Verfügung steht. Spender und Empfänger müssen sich zur ärztlichen Nachbetreuung bereit erklären.

Welche Voraussetzungen müssen für eine postmortale Organspende erfüllt sein?
Bevor Organe für eine Transplantation entnommen werden können, müssen zwei grundlegende Voraussetzungen erfüllt sein: Der Tod des Spenders muss nach den Richtlinien der Bundesärztekammer festgestellt worden sein (Hirntod-Diagnostik). Zweitens muss für die Entnahme eine Einwilligung vorliegen, entweder in Form einer schriftlichen Einverständniserklärung des Verstorbenen (Organspendeausweis) oder indem eine vom Verstorbenen dazu bestimmte Person oder die Angehörigen im Sinne des Verstorbenen einer Entnahme zustimmen.

Ich bin noch nicht volljährig. Kann ich trotzdem einen eigenen Organspendeausweis ausfüllen?
Minderjährige können ab dem 16. Lebensjahr ihre Bereitschaft zur Organspende auf einem Ausweis dokumentieren. Jugendliche ab 14 Jahre können gegenüber der Familie ihren Widerspruch zu einer Organspende erklären, wenn sie in keinem Fall ihre Organe spenden wollen.

Wird eine Organspende finanziell entschädigt?
Nein! Das Transplantationsgesetz schreibt zwingend vor, dass die Bereitschaft zur Organspende nicht von wirtschaftlichen Überlegungen abhängig sein darf.

Kann die Familie den Verstorbenen nach der Organentnahme nochmals sehen?
Die Familie kann in der von ihr gewünschten Weise Abschied von dem Verstorbenen nehmen. Nach der Entnahmeoperation wird die Operationswunde mit der gebührenden Sorgfalt verschlossen. Der Leichnam kann aufgebahrt werden und die Bestattung wie gewünscht stattfinden.

Ist die Organspende möglich, wenn gleichzeitig eine Patientenverfügung existiert?
Ja. Man kann diese so verfassen, dass die Möglichkeit zur Organspende erhalten bleibt. Um Unsicherheiten und Konflikte zu vermeiden, ist es wichtig, gerade zu diesen Punkten eindeutige Angaben zu machen und die Angehörigen darüber zu informieren. Vom Bundesministerium der Justiz gibt es dazu ausformulierte Textvorschläge. Möglich ist z.B. „Ich stimme einer Entnahme meiner Organe nach meinem Tod zu Transplantationszwecken zu. (ggf. Ich habe einen Organspendeausweis ausgefüllt). Komme ich nach ärztlicher Beurteilung bei einem sich abzeichnenden Hirntod als Organspender in Betracht und müssen dafür ärztliche Maßnahmen durchgeführt werden, die ich in meiner Patientenverfügung ausgeschlossen habe, dann geht die von mir erklärte Bereitschaft zur Organspende vor.“

Am Montag, 1. Oktober, haben Rhein-Bote-Leser die Möglichkeit, weitere Fragen zu stellen. Sören Melsa, Facharzt für Chirurgie und Koordinator, Deutsche Stiftung für Organtransplantation, sowie Hans-J. Schmolke, ein Betroffener, in dessen Brust ein neues Herz schlägt, stehen während einer Telefonaktion bereit.

 

 

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Organspende: Experten informieren – großer Patiententag am 25. September in Düsseldorf

Rund 108.000 Organe wurden laut Deutscher Stiftung für Organtransplantation seit 1963 in Deutschland transplantiert und viele Leben gerettet. Noch fünf Jahre nach der Transplantation freuen sich rund 70 Prozent der Empfänger über ihr „zweites“ Leben. (Foto: DSO/J. Rey)

12.000 Patienten warten bundesweit auf eine Organtransplantation. 1000 sterben jährlich, weil für sie kein Spendeorgan gefunden wurde. Organspende rettet Leben, doch die Entnahme von Organen ist für viele mit Ängsten behaftet. Am Dienstag, 25. September, informieren Experten bei der KV Nordrhein rund um das Thema Organspende.

Allein in Nordrhein-Westfalen warten derzeit 3.900 Menschen auf ein lebensrettendes Spendeorgan. „Lungenfibrose, Mukoviszidose oder COPD: Dies sind die drei häufigsten Erkrankungen, die Menschen zu Patienten machen, die auf ein Spendeorgan angewiesen sind“, erklärt Pneumologe Dr. Marc Spielmanns. „Und an Organen mangelt es.“

Beispiel Lunge: Im vergangenen Jahr standen 435 Menschen in Deutschland auf der Warteliste, nur 337 erhielten eine Spenderlunge. Auch bei Herz, Leber und Niere herrscht akuter Mangel. Laut Deutscher Stiftung Organtransplantation schenkt ein Organspender im Durchschnitt bis zu drei schwerkranken Menschen die Chance auf ein neues Leben. Bis zu sieben Menschen können durch Herz, Lunge, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm überleben.

Für die Vergabe von Spenderorganen ist Eurotransplant im niederländischen Leiden zuständig. Der Stiftung sind neben Deutschland auch die Benelux-Länder, Österreich, Kroatien und Slowenien angeschlossen, um mit einer gemeinsamen Liste von Patienten, die auf ein Organ warten, die möglichst beste Vergabe zu gewährleisten. Computergesteuert wird nach sorgfältig festgelegten medizinischen Kriterien der passende Empfänger ermittelt.
Auch wenn laut Umfragen die generelle Bereitschaft zu spenden sehr hoch ist, haben doch nur 25 Prozent der Deutschen einen Organspendeausweis ausgefüllt. „Wenn es konkret wird, bekommen es die meisten Menschen schlichtweg mit der Angst zu tun. Das ist verständlich, denn mit dem Thema Organspende ist auch das Nachdenken über den eigenen Tod verbunden“, erklärt Dr. Peter Potthoff, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO). Aus diesem Grund legen auch prinzipiell Spendewillige den Organspendeausweis unausgefüllt wieder beiseite. „Und genau hier müssen wir Ärzte ansetzen. Das Thema müsste regelmäßig im Arzt-Patientengespräch aufgegriffen werden“, so Potthoff. Der Arzt, der den Patienten gut kennt, kann ihn am besten informieren. Auch die Sichtbarkeit spielt eine große Rolle: Organspendeausweise sollten in der Praxis für alle sichtbar gemacht werden, sagt Potthoff. „So haben die Patienten die Möglichkeit, sich bereits im Wartezimmer damit zu beschäftigen.“

Die Öffentlichkeit hat sich mit dem Thema zuletzt sehr intensiv beschäftigt – leider nicht mit positiven Schlagzeilen. Denn der Transplantationsskandal hat das Vertrauen der Menschen in die gerechte Vergabe von Spenderorganen erschüttert. Die Fragen lauten: Werden Privatpatienten bevorzugt? Wie kann ich noch sicher sein, dass Organe gerecht vergeben werden? Warum sollte ich nach den Vorfällen in Regensburg und Göttingen noch in das System der Organspende vertrauen?

Um Vertrauen zurückzugewinnen, haben Politik und Ärzteschaft schnell reagiert. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) weist darauf hin, dass mit dem geänderten Transplantationsgesetz, das am 1. August in Kraft getreten ist, die bereits bestehenden Kontrollmechanismen bei der Vermittlung von Organen verbessert und transparenter gestaltet werden. Ziel ist es, durch ein überprüfbares System der Organvergabe vergleichbare Fälle wie in Göttingen und Regensburg künftig auszuschließen.

„Wer sich für eine Organspende entscheidet, rettet Leben“, erklärte NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens beim 30. Tag der Organspende, der seit 1982 jährlich am ersten Samstag im Juni stattfindet. Das Thema gehe alle Menschen an, denn „schließlich kann jeder in die Situation kommen, ein Spendeorgan zu benötigen.“

Die Politik setzt auf Aufklärung und gezielte Abfrage der Spendenbereitschaft. Künftig sollen alle Versicherten der privaten und gesetzlichen Krankenkassen über 16 Jahre alle zwei Jahre Informationen über Organtransplantationen und einen Spenderausweis erhalten. Auf dem Ausweis kann der Versicherte seine Entscheidung dokumentieren. Ab 2014 kann dafür auch die elektronische Versichertenkarte in Frage kommen.

Hinsichtlich der Neuregelungen zur Organspende stellte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr klar: „Wir wollen keinen Zwang ausüben, aber wir wollen überzeugen, dass es sich lohnt und dass es wichtig ist, sich mit der Frage der Organspende auseinanderzusetzen.“ Seit vielen Jahren besitze er einen Organspendeausweis und trage ihn auch immer bei sich. „Der Versicherte bleibt Herr seiner Daten. Die Krankenkassen werden den Grundsatz der Freiwilligkeit der Entscheidung eines jeden Versicherten berücksichtigen. Dies schließt auch die Ergebnisoffenheit der Aufklärung mit ein und berücksichtigt auch Fragen beim Zusammentreffen von Organspendeerklärung und Patientenverfügung.“

Es gilt also, viele Fragen zu beantworten – genau dies möchte die KVNO, bei der das Thema Organspende einen hohen Stellenwert genießt, mit Hilfe namhafter Experten tun. „Wir wollen unsere Mitglieder, aber auch Patienten gezielt und umfassend informieren“, sagt Dr. Peter Potthoff.

Aus diesem Grund lädt die KVNO am Dienstag, 25. September, ins Haus der Ärzteschaft an der Tersteegenstraße 9 in Golzheim ein. Zwischen 18 und 20 Uhr stehen hier Experten und Betroffene Rede und Antwort. Neben Fachvorträgen gibt es Informationsstände von Organisationen aus dem Bereich Organspende und Transplantation, die Aufklärungsarbeit leisten.

So wird Sören Melsa, Facharzt für Chirurgie und Koordinator, Deutsche Stiftung für Organtransplantation, zum Thema „Organspende und das neue Transplantationsgesetz: Was ändert sich, was bleibt gleich?“ referieren. Danach informiert Dr. Andreas Bertels, Facharzt für Neurochirurgie, über das Thema „Am Ende des Lebens – medizinische und ethische Aspekte des Hirntods“. „Leben nach Herztransplantation – ein Erfahrungsbericht“ lautet der Vortrag von Hans-J. Schmolke, der als Betroffener berichtet. In seiner Brust schlägt ein neues Herz. Frank Naundorf von der KVNO führt durch die Veranstaltung. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

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Ministerin stellt sich hinter Kliniken Kein Organspende-Missbrauch in NRW

Nach dem Skandal um mögliche Manipulationen an den Unikliniken Göttingen und Regensburg hat Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) am Freitag (03.08.2012) vorerst Entwarnung gegeben: Kliniken in NRW seien wohl nicht in den Transplantationsskandal verwickelt.


Notaufnahme, Organspendeausweis
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Was wird aus der Organspende?

"Für Unregelmäßigkeiten gibt es hier keinerlei Anzeichen", sagte Steffens in Düsseldorf. Allerdings habe sie alle neun Transplantationszentren in NRW um Auskunft gebeten. Sie sollen bis zum Monatsende auflisten, wie sie Manipulationen vorbeugen und welche Maßnahmen sie vorschlagen. Bei den bekannt gewordenen Vorfällen an den Universitätskliniken in Göttingen und Regensburg sei "kriminelle Energie" Einzelner im Spiel gewesen, sagte Steffens.

Kein Generalverdacht gegen Kliniken

Die Einführung eines bundesweiten und umfassenderen Warn- und Informationssystems müsse nun diskutiert werden, kündigte Steffens an. Gleichzeitig sprach sie sich gegen "Schnellschüsse" aus. "Die Mehrzahl der Ärzte hat ein hohes Berufsethos und handelt auch dementsprechend." Deswegen dürften nicht alle Kliniken unter Generalverdacht gestellt werden.

Mögliche Spender sind verunsichert

Mittlerweile gibt es Anzeichen dafür, dass die Spendebereitschaft in der Bevölkerung zurückgeht: In insgesamt fünf Fällen - davon drei in NRW - hätten Angehörige eine Organentnahme mit Verweis auf die Vorgänge an der Universitätsmedizin in Göttingen abgelehnt, sagte Ulrike Wirges, geschäftsführende Ärztin für die Region Nordrhein-Westfalen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) am Donnerstag (02.08.2012) WDR.de.

Ulrike Wirges: "Wir fühlen uns alle hintergangen"

In allen Fällen habe weder ein Spenderausweis noch eine entsprechende Aussage des Verstorbenen vorgelegen. Die Angehörigen hätten deshalb nach der Todesfeststellung über eine mögliche Organspende zu entscheiden gehabt, diese dann aber abgelehnt. Noch lasse sich daraus kein Trend ableiten, sagte Wirges weiter. Allerdings gebe es Anlass zur Sorge: "Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, dann ist das ein Angriff auf das ganze System der Organspende. Wir fühlen uns alle hintergangen."

Angst vor dem "Super-GAU"

"Wir müssen jetzt mehr Werbung für die Organspende machen. Nicht weniger", sagt Hans J. Schmolke von der Selbsthilfe Organtransplantierter NRW. Schmolke wirbt seit Jahren mit Vorträgen im ganzen Land für die Organspende. Allerdings sei die Wirkung der nun aufgedeckten Manipulationen verheerend - insbesondere für die Betroffenen: "Ich weiß, wie sich die Leute auf den Wartelisten gerade fühlen. Unendlich schlecht." Er selbst lebe seit elfeinhalb Jahren mit einem Spenderherz. Die Wartezeit auf die rettende Operation sei die "Nagelprobe" seines Lebens gewesen, erinnert sich Schmolke. Nach wie vor sei er grundsätzlich vom System der Organspende überzeugt. Auch gebe es bisher keine Hinweise auf einen finanziellen Hintergrund für die Manipulationen. "Das wäre tatsächlich der Super-GAU."

Organspendenskandal verunsichert Angehörige

 

 

Rheinbote Düsseldorf

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Pressespiegel 13.10.2011

 

Rheinische Post 07.10.2011

 

 

 

NRZ-Artikel

Gesundheit : Mit einem Spenderherz zurück ins Leben

Wesel, 23.04.2010, Margret Brüring

Wesel. „Ich habe existiert“, sagt Hans Schmolke und meint damit die 360 Tage, in denen sein Leben von einer Maschine abhing, die die Funktion seines Herzens übernahm - so lange, bis der heute 67-Jährige ein Spenderherz erhielt. Das war im Jahr 2001.

Seither ist der Velberter ein engagierter Kämpfer für die Organspende, ist Ansprechpartner der Organtransplantierten in Nordrhein-Westfalen und Referent bei Informationsveranstaltungen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Er habe sich als Überlebender auf der Warteliste gefühlt, schildert der Velberter seine Situation. „Ich wusste, dass die Maschine, an der mein Leben hing, nur ein Jahr hält. Nach 360 Tagen bekam ich ein neues Herz.“ Wie er die letzten Tage vor der Organspende verbracht hat, daran erinnert sich Hans Schmolke kaum. „Ich bin aufgewacht, hörte die Stille, weil das Überbrückungssystem bis dahin so unglaublich laut war, tastete ich meinen Körper ab und wusste, jetzt ist es passiert.“ Seine ersten Worte seien damals gewesen: „Hallo Herz!“ Außerdem habe er für den Menschen gebetet, dem er das Organ verdankte. Diese Gefühle unmittelbar nach der Operation tragen ihn seither, sagt der 67-Jährige schlicht.

Die Zahl muss
weiter steigen

Über den Organspender weiß Hans Schmolke bis heute nichts. „Ich weiß über diesen Menschen nur, dass er einmal diesen Ausweis bei sich getragen hat“, sagt er und zeigt auf einen Organspendeausweis. So groß wie eine Scheck-Karte ist dieses „kleine Stück Papier mit großer Wirkung“, wie dort zu lesen ist. Doch noch zu wenige Menschen tragen eine solche Willenserklärung bei sich, stellen Schmolke und Daniel Bode von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) fest und belegen das mit einer ganz dramatischen Zahl: Jeden Tag sterben drei Menschen, die auf der Warteliste für ein Organ stehen. Niere, Leber, Lunge, Herz, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm - 12000 Menschen sind es, die pro Jahr in Deutschland auf ein neues Organ, das ihnen das Weiterleben ermöglicht, warten müssen. In anderen Ländern ist die Bereitschaft zur Spende deutlich höher, berichten Schmolke und Bode und fordern eine durchgreifende Reform nach spanischem Vorbild ein. Seit Jahren werde darüber diskutiert, wie man die Organspenderzahl steigern könnte, um mehr Patienten auf der Warteliste zu retten, erläutert Daniel Bode. „Die Zahl der Spenden hängt von zwei entscheidenden Faktoren ab. Zum einen von der Zustimmung des Verstorbenen beziehungsweise seiner Angehörigen und zum anderen von dem Engagement der Krankenhäuser, deren Aufgabe es ist, die DSO als bundesweite Koordinierungsstelle über alle potenziellen Spender zu informieren.“

Vortrag

Traumquote 50 Prozent

15 Prozent der Bevölkerung verfügt derzeit über einen Organsspende-Ausweis. Für Hans Schmolke ist es eine Herzensangelegenheit eine „Traumquote“ von über 50 Prozent zu erreichen. Deshalb scheut er keine Mühen und informiert unermüdlich. Wie jetzt in Wesel. Am Dienstag, 27. April, 18 Uhr, berichtet Schmolke in der Seniorenbegegnungsstätte „Im Bogen“ über sein Leben mit einem gespendeten Herzen in Wesel.

Da es jedoch an dieser Stelle hakt, läuft derzeit ein Pilotprojekt, bei dem nicht nur der Kontakt zwischen DSO und Krankenhäusern forciert wird, sondern auch die Koordinierungsstelle in den einzelnen Kliniken über die Situation der Organspende informiert. So kam auch der Kontakt zwischen dem Marien-Hospital zu Daniel Bode und Hans Schmolke zustande, erläutern Pflegedienstleiterin Sylvia Guth-Winterink und Thomas Becker, Oberarzt der Allgemeinchirurgie, der den Kontakt zu den Transplantationsbeauftragten hält. Das Verfahren ist einfach und kann nicht als Grund dafür gesehen werden, dass die Zahl der Organspender noch immer so gering ausfällt. „Wir melden der DSO den Patienten und die Zentren schicken ihr Transplantationsteam.“ Diese Experten übernehmen dann die Organentnahme. Einem weiteren Vorurteil, dass nämlich die Kosten für die Krankenhäuser zu hoch seien, tritt der Mediziner entgegen. Für die verschiedenen Untersuchungen, die im Vorfeld der Transplantation vorgenommen werden müssen und für die Bereitstellung von OP-Saal, Geräten und Mitarbeitern erhalten die Kliniken 3500 Euro.

 

 

Wesel 24.03.2010

 

Westdeutsche Zeitung 25.01.2010

 

Rheinische Post 14.09.2009

 

Westdeutsche Zeitung 03.06.3009

Neuß- Grevenbroicher Zeitung vom 20 Mai 2009

 

Zeitungsbericht aus der Kosa (01 2009)

Auszug aus der Velberter Zeitung (11.Juni 2007)